Pressemitteilungen zum Thema "Vergessener Bohrer"

Auf einen Blick vom 01.03.2012 - Ein Arzt hat mein Leben verpfuscht!

Mediziner vergaß bei OP Bohrer in der Schulter von Gerhard Krebs

Sein halbes Leben lang hat Gerhard Krebs als Maurer auf dem Bau geschuftet, hat die Jahre bis zur Rente gezählt, Pläne für den Ruhestand geschmiedet. Nie hätte sich der Witwer aus Dorsten (Westfalen) vorstellen können, dass sein erhofftes Glück im Alter so einfach platzen könnte. Und doch ist genau das passiert. Krebs gegen über auf einen Blick: „ Jetzt bin ich 76 und muss jeden Tag gegen die Schmerzen kämpfen - und gegen die Ärzte.“

Sein Leidensweg begann im Winterurlaub vor gut drei Jahren. „Ich war beim Skilanglauf auf die Schulter gefallen.“ Ein Sturz, wie er täglich zigmal passiert, eine Verletzung, wie sie sich jeder durch eine kleine Unachtsamkeit zuziehen kann. Doch für Gerhard Krebs war der Sportunfall der Beginn einer endlosen Odyssee.

Wieder zu Hause, suchte er einen Arzt auf. Dessen Diagnose: ein gebrochenes Schultergelenk. In einem Dorstener Krankenhaus setzte man Krebs eine Prothese ein. Ein Routine-Eingriff, anschließend begann die Reha. Die Schmerzen aber blieben. Krebs ging in die Schultersprechstunde der Klinik Bergmannsheil in Bochum. Dort versprach man ihm Linderung. Seine „Billig-Prothese“ müsse lediglich durch eine neue, angeblich bessere ersetzt werden. Schon wieder eine OP! Krebs Stimmte zu, sagt heute: „Es war der größte Fehler meines Lebens.“ Denn bei diesem Eingriff passierte eine schlimme Panne: Der Operateur „vergaß“ eine abgebrochene Bohrerspitze im Gelenk des Patienten. Auf dem Röntgenbild kann selbst ein medizinischer Laie den Pfusch erkennen (siehe rechts).

Die Folge war eine schwere, dauerhafte Entzündung. Statt sein Rentnerdasein zu genießen, sieht der Alltag von Gerhard Krebs nun so aus: Jeden Tag muss er zum Arzt, wo die eiternde Wunde geöffnet und Sekret abgesaugt wird. Krebs: „Ohne Medikamente geht Tagsüber gar nichts. Nachts werde ich mehrmals wach und kann erst wieder schlafen, wenn die Schmerzmittel wirken.“ Das Fatale an seiner Situation: Eine weitere OP zur Entfernung der Bohrerspitze ist wegen seines schwachen Herzens nicht möglich.
Die Verantwortlichen scheint das kaum zu kümmern. Sie versuchten Krebs tatsächlich weiszumachen, dass der Bohrer ohnehin im Körper bleiben müsse.

Da schaltete er den auf Patientenrecht spezialisierten Anwalt Stefan Hermann ein. Er fordert Schmerzensgeld und Schadensersatz in Höhe von 63.000 Euro für seinen Mandanten. Die Klinik bedauert auf Nachfrage von auf einen Blick, „dass es zum Abbruch der Bohrerspitze gekommen ist.“ Man könne nachvollziehen, dass die Situation belastend sei. Mit dem Hinweis auf das laufende Verfahren hieß es, wolle man zu weitergehenden Detailfragen jedoch keine Aussagen machen.

Freizeit Spaß vom 23.02.2012 - Pflegefall nach Routine-OP

"Mein Arm bleibt für immer steif, weil der Chirurg einen Bohrer in meinem Körper vergaß"

Eigentlich sollten gelegentliche Handwerker-Arbeiten für Gerhard K. (76) kein Problem sein. Denn der ehemalige Maurer aus Wulfen (bei Dortmund) hatte sich eine Schulter-Prothese aus Titan einsetzen lassen. Doch kaum wollte er seine linke Hand gebrauchen, durchzuckte ein höllischer Schmerz den Arm. Nun kam heraus: Ein acht Zentimeter langer Bohrer steckt im Gelenk!

Rückblende. Der Witwer hatte nach dem Tod seiner Frau vor fünf Jahren gerade wieder neuen Lebensmut gefasst. „Mit einer Senioren-Gruppe fuhr ich in den Ski-Urlaub nach Südtirol“, sagt der begeisterte Sportler. „Dort fiel ich auf vereister Piste auf die Schulter.“ Die schlimme Diagnose: Trümmerbruch! „Die Ärzte sagten, ein Gelenk aus Metall könnte mir die Bewegungsfähigkeit zurückgeben.“ Daraufhin entschloss sich der Senior zu dem Eingriff in der Bochumer Klinik Bergmannsheil.

Leid. Aber nach der OP ging es ihm schlecht. Tochter Sylvia H.: „Wir dachten, die Wunde heilt langsam. Selbst Reha und Krankengymnastik halfen nicht.“ Das Gelenk wurde ausgetauscht.

Schock. Später verschlechterten sich die Blutwerte des 76-Jährigen. Schnell war der gelernten Erzieherin klar: Beim Eingriff war etwas schiefgegangen! Sie begleitete ihren Vater zum Kontroll-Check. „Das Röntgenbild raubte uns den Atem! In papas schulter steckte eine Bohrer-Spitze, so lang wie die von einem Akku-Schrauber!“

Fataler Fehler.
Das Metallstück war beim Befestigen des Kunst-Gelenks abgebrochen, ist bereits verwachsen. Gerhard K.: „Der Chirurg hätte den Fremdkörper sofort entfernen müssen! Jetzt bleibt mein Arm steif.“ Eine erneute OP ist wegen seines Alters und seiner dünnen Knochen unmöglich.

Nachsorge. Patientenanwalt Stefan Hermann (46) empört: „Die Versicherung der Klinik gibt den Fehler zwar zu, spielt den Fall aber herunter. Wir fordern 50.000 Euro Schmerzensgeld!“ Denn täglich wird Wundsekret abgesaugt, weil die Entzündung nicht abklingt.

 

Bild-Zeitung vom 23.01.2012 - "In meiner Schulter steckt ein Bohrer"

Dorsten – Das tut weh! Hier hat der Arzt bei der OP eine abgebrochene Bohrerspitze vergessen...
Gerhard K. (76) trägt einen Verband an der linken Schulter. Täglich muss er zum Arzt, Wundflüssigkeit absaugen lassen. 2008 wurde dem pensionierten Maurer nach einem Skiunfall ein Schultergelenk eingesetzt – leider saß es nicht richtig.

Das Bergmannsheil bedauert den Vorfall, hat seine Versicherung eingeschaltet

Gerhard K.: „2009 setzte man mir im Bochumer Bergmannsheil eine andere Prothese ein. In der Reha stiegen plötzlich meine Blutwerte, eine Entzündung in der Schulter. Ich wurde punktiert, bekam Antibiotika.”
2011 wurde Gerhard K. wegen Darmproblemen behandelt. Weil er aber auch die Schmerzen in der Schulter nicht mehr aushalten konnte, wurde er in der Klinik geröntgt.

Der Schock: Auf dem Röntgenbild war eine abgebrochene Bohrerspitze zu sehen.

Gerhard K.: „Es hätte das komplette Gelenk herausgenommen werden müssen, um an den Bohrer zu kommen. Die Ärzte haben aber davon abgeraten, weil ich die OP wegen meines schwachen Herzens nicht überleben würde.“

Nun hat er Patientenanwalt Stefan Hermann (46) eingeschaltet. „Die Versicherung des Krankenhauses scheint auf Zeit zu spielen, was eine Unverschämtheit ist. Zahlt sie nicht bis Ende Januar 50 000 Euro, reichen wir Klage ein!“

Das Bergmannsheil in Bochum bestätigt den Vorfall.

Ein Sprecher: „Wir bedauern, dass es dazu gekommen ist, können nachvollziehen, dass der Vorgang für den Patienten belastend ist. Wir haben unseren Versicherer mit der Regelung des Vorganges beauftragt.“
 

Dorstener Zeitung vom 21.01.2012 - Bohrerspitze bei OP abgebrochen

Dorstener Gerhard Krebs fordert Schmerzensgeld vom Bochumer Bergmannsheil

DORSTEN/BOCHUM Seit drei Jahren leidet Gerhard Krebs unter starken Schmerzen in seiner operierten Schulter. Bis sich auf einem Röntgenbild die mögliche Ursache herausstellte: Im Schulterblatt-Bereich war eindeutig der Bohr-Einsatz eines OP-Bohrers zu erkennen. Nun fordert der Dorstener Rentner Schmerzensgeld.

Denn seit dieser Zeit ist das Leben des 76-jährigen Witwers erheblich beeinträchtigt. Er musste umziehen, da er auf die Hilfe der Familie seiner Tochter angewiesen ist. Alle paar Tage muss er zum Arzt, da sich auf Grund der OP eine chronische Infektion gebildet hat. Regelmäßig muss eine Fistel versorgt werden - die Wunde kann nicht dauerhaft verschlossen werden, da hierüber ein sich ständig entwickelndes Sekret ablaufen muss.

Der Leidensweg des Dorsteners begann im Winter 07/08, als er im Ski-Urlaub auf seine Schulter stürzte. Im Dorstener Krankenhaus bekam er daraufhin ein künstliches Gelenk eingesetzt, hatte aber danach mit anhaltenden Bewegungseinschränkungen zu kämpfen. Weswegen er ein Jahr später das Bochumer Bergmannsheil aufsuchte, wo ihm die Mediziner eine neue Schulterprothese einsetzten.

Doch auch danach war der Patient nicht beschwerdefrei, im Gegenteil. Nachdem er weitere Ärzte konsultiert hatte, fand schließlich ein Mediziner im Dorstener St.-Elisabeth-Hospital das OP-Werkzeug auf dem Röntgenbild. In Dorsten wurde Gerhard Krebs eigentlich wegen einer Darmerkrankung behandelt, dort berichtete er aber auch von seinen Schulterproblemen.

In einem Gelsenkirchener Krankenhaus wollte sich der Dorstener den Bohrer entfernen lassen, die Ärzte rieten aber ab: Der Eingriff sei zu risikoreich, da er bereits zwei künstliche Gelenke eingesetzt bekommen hatte. Es hätte eine Versteifung der Schulter gedroht.

Inzwischen hat Gerhard Krebs die Kanzlei des Marler Anwalts Stefan Hermann mit der Wahrnehmung seiner Interessen beauftragt. Der fordert nun von der Klinik Schmerzensgeld und Schadensersatz in Höhe von zusammen 63.000 Euro für seinen Mandaten, zudem 650 Euro monatliche fiktive Haushaltsführungskosten.

Das Bochumer Bergmannsheil erklärte, dass während der Operation die Bohrspitze eines OP-Bohrers abgebrochen sei. "Im Rahmen einer medizinischen Abwägung" sei diese im Schulterblatt verblieben, "da die mit einer operativen Entfernung verbundenen Risiken für Herrn Krebs belastender gewesen wären".
Die Klinik habe ihren Versicherer mit der Regelung des Vorgangs beauftragt. Das Verfahren sei noch nicht abgeschlossen. Die Klinik bedauere den Fall: "Wir können nachvollziehen, dass der Vorgang für Herrn Krebs belastend ist."

Ruhr Nachrichten vom 20.01.2012 - Bohrerspitze bei OP abgebrochen

DORSTEN/BOCHUM Seit drei Jahren leidet Gerhard Krebs unter starken Schmerzen in seiner operierten Schulter. Bis sich auf einem Röntgenbild die mögliche Ursache herausstellte: Im Schulterblatt-Bereich war eindeutig der Bohr-Einsatz eines OP-Bohrers zu erkennen. Nun fordert der Dorstener Rentner Schmerzensgeld.

Denn seit dieser Zeit ist das Leben des 76-jährigen Witwers erheblich beeinträchtigt. Er musste umziehen, da er auf die Hilfe der Familie seiner Tochter angewiesen ist. Alle paar Tage muss er zum Arzt, da sich auf Grund der OP eine chronische Infektion gebildet hat. Regelmäßig muss eine Fistel versorgt werden - die Wunde kann nicht dauerhaft verschlossen werden, da hierüber ein sich ständig entwickelndes Sekret ablaufen muss.

Der Leidensweg des Dorsteners begann im Winter 07/08, als er im Ski-Urlaub auf seine Schulter stürzte. Im Dorstener Krankenhaus bekam er daraufhin ein künstliches Gelenk eingesetzt, hatte aber danach mit anhaltenden Bewegungseinschränkungen zu kämpfen. Weswegen er ein Jahr später das Bochumer Bergmannsheil aufsuchte, wo ihm die Mediziner eine neue Schulterprothese einsetzten.

Doch auch danach war der Patient nicht beschwerdefrei, im Gegenteil. Nachdem er weitere Ärzte konsultiert hatte, fand schließlich ein Mediziner im Dorstener St.-Elisabeth-Hospital das OP-Werkzeug auf dem Röntgenbild. In Dorsten wurde Gerhard Krebs eigentlich wegen einer Darmerkrankung behandelt, dort berichtete er aber auch von seinen Schulterproblemen.

In einem Gelsenkirchener Krankenhaus wollte sich der Dorstener den Bohrer entfernen lassen, die Ärzte rieten aber ab: Der Eingriff sei zu risikoreich, da er bereits zwei künstliche Gelenke eingesetzt bekommen hatte. Es hätte eine Versteifung der Schulter gedroht.

Inzwischen hat Gerhard Krebs die Kanzlei des Marler Anwalts Stefan Hermann mit der Wahrnehmung seiner Interessen beauftragt. Der fordert nun von der Klinik Schmerzensgeld und Schadensersatz in Höhe von zusammen 63.000 Euro für seinen Mandaten, zudem 650 Euro monatliche fiktive Haushaltsführungskosten.

Das Bochumer Bergmannsheil erklärte, dass während der Operation die Bohrspitze eines OP-Bohrers abgebrochen sei. "Im Rahmen einer medizinischen Abwägung" sei diese im Schulterblatt verblieben, "da die mit einer operativen Entfernung verbundenen Risiken für Herrn Krebs belastender gewesen wären".
Die Klinik habe ihren Versicherer mit der Regelung des Vorgangs beauftragt. Das Verfahren sei noch nicht abgeschlossen. Die Klinik bedauere den Fall: "Wir können nachvollziehen, dass der Vorgang für Herrn Krebs belastend ist."
 

 

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Stefan HERMANN
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